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Neue Perspektiven und Akzente setzen für Generationen:Bildung PLUS - Generationen verbinden

7. Jan. 2021
Karin Daniela Priller
Wir stehen für nachhaltige und ganzheitliche Bildung. Das beginnt für uns im Kindergarten und bedeutet die Möglichkeit für lebenslanges Lernen in jedem Alter. Wir fordern für Villach eine zukunftsgerichtete Bildungspolitik für Jung und Alt.

Was wir von anderen Generationen lernen können – Intergenerative Pädagogik 

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Die Chance nach Corona wieder zu einer gesunden Gesellschaft zu werden, die Generationen verbindet und sinnvolles Wissen austauscht stellt zwar eine große Herausforderung dar, ist aber machbar.

Sozialisationsprozesse die Generationen verbinden werden in Zukunft an immenser Bedeutung gewinnen. Nach einer Zeit der Entbehrung hinsichtlich der Berührungspunkte mit den geliebten Großeltern und anderen nahestehenden Personen ist es uns ein Anliegen, für ein neues miteinander unterschiedliche Generationen auf etwas andere Art zu verbinden. Wir wollen eine Brücke zwischen Kindergärten, Jugendarbeit und Senioren schaffen, die ein gegenseitiges Bewusstmachen von Bedürfnissen und Erwartungen versucht zu vermitteln. 

Was wir in den meisten Fällen mit der Generation der Großeltern verknüpfen ist eine sehr positive Erfahrung. Sie haben immer Zeit für ihre Enkelkinder und versuchen sie zu verwöhnen. Sie geben ein Gefühl von Sicherheit, da sie viel Geduld & Zeit aufwenden um sich um ihre Enkelkinder zu kümmern.  

Leider können viele Kinder diese Erfahrungen nur noch selten machen. Abgesehen von der gegenwärtigen Pandemie sind heutzutage noch berufstätige Großeltern, die möglicherweise in einer anderen Stadt oder sogar Land leben, keine Seltenheit. 

So geht die Generationenschere immer weiter auseinander und Kinder erhalten kaum einen Zugang zu älteren Menschen. Jedoch anders herum passiert es ebenso, ältere Menschen können von ihren berufstätigen bzw. oftmals örtlich getrenntlebenden Kindern nicht versorgt werden. 

Die Enkelkinder entfremden sich und die Interessen und Wünsche weichen von den Bedürfnissen der älteren Generationen, sowie die Idee von einem verständnisvollen Leben miteinander, ab.

Daher wollen wir mit unseren Ideen Generationen verbinden und alltägliche Berührungspunkte zwischen verschiedenen Menschen, die nicht auf Grund einer Verwandtschaft bestehen, fördern.  Der Wissensaustausch sowie der gesellschaftliche Umgang mit Personen aus verschiedenen Generationen werden somit gesichert und ein neues Verständnis für ein soziales Miteinander erzeugt.

In einer Welt in der es kaum mehr reale Vorbilder gibt, schaffen wir zwischenmenschliche Beziehungen, die ein mit- und voneinander lernen erlauben. 

Noch augenscheinlicher wird die Notwendigkeit diesen Prozess des Miteinanders so schnell als möglich anzustoßen, wenn wir uns die gegenwärtige Entwicklung der Bevölkerung ansehen.  Die junge Generation wird zukünftig damit belastet werden für die immer älter werdenden Menschen finanziell aufkommen zu müssen. 

So plagen die junge Generation bereits jetzt Ängste möglicherweise nicht in der Lage zu sein - auch mit einem guten Verdienst - nicht über die Runden zu kommen. 

Fakt ist, junge Menschen leben ihr Leben und ältere Menschen leben ebenfalls ihr Leben – es gibt kaum mehr Berührungspunkte. Was den Jungen wichtig ist – ist den älteren Menschen fern – ob Wertevorstellungen oder simple Technik. Die Generationenschere klafft unaufhaltsam auseinander.   

Wir sind der Meinung, dass dieser Prozess mit viel sozialem Engagement und gut geleiteten Kleinprojekten sowie generationenverbindenten Elementen - vielleicht nicht gestoppt - aber verlangsamt werden kann und ein neues Verständnis zwischen Alt und Jung entstehen kann.

Denn ganz ehrlich gesagt; was wir nach dieser Zeit der Entbehrung brauchen ist menschliche Nähe! 

Sinnvolles Lehren – weil lernen in unserer Natur liegt

In Kleinprojekten lernen Kinder, Jugendliche und Senioren voneinander. So kann handwerkliches Geschick und Fertigkeiten der älteren Generation erhalten werden. Umgekehrt lernen die Senioren den Zugang zu neuen Medien. Frei nach dem Motto „Zeig Du mir was Du kannst und ich zeige Dir was ich kann“. Dieses vorliegende Konzept ist ein Generationen-Projekt, es stoßt soziale Prozesse an und lässt Dinge passieren. So können, Kindergarten-, Schul- Sozialprojekte & Freundschaften entstehen, die eine große Auswirkung auf unsere Gesellschaftsentwicklung & Gemeinwesen darstellen.  

Vermitteln von Geschichte, Kultur und Wertevorstellungen

Sinnvolles Lehren

Senioren erzählen Zeitgeschichte. Nicht in langweiligen Zahlen und Fakten, sondern gelebter Geschichte. Sie sind Teil unserer Kultur und Zeitzeugen vieler Ereignisse. Ob Themen aus der Nachkriegszeit oder auch die Wahl ihrer damals aktuellen Berufe bis hin zum Leben ohne Fernsehen und PC, sie haben eine andere Form von Wissen. Sie vermitteln lebendige Zeitgeschichte und Kultur.

Oder warum Senioren sich um alltägliche Dinge kümmern und sorgsam damit umgehen, obwohl man diese Dinge jederzeit kaufen kann. Kinder und Jugendliche erfahren von Zeiten, in welchen noch ein großer Wert auf alltägliche Gegenstände gelegt wurde, von einer Zeit in welcher ein Urlaub ein Abenteuer war. Wie damals die Arbeitswelten oder Schulbesuche gestaltet waren. Kino, Theater, Tanz, Kleidung, Wohnung - dies alles gehört zu einem bestimmten Lebensgefühl. Menschen werden zu Geschichten und erhalten somit ihre Persönlichkeit zurück.

Doch zusätzlich erfahren sie durch diesen Austausch, dass sich die Jugendträume der Großeltern sowie deren Wünsche und Hoffnung nicht so wesentlich unterscheiden von den Träumen der Jugend von heute. 

Wir wünschen uns das Menschen aller Generationen sich über Geschichten verbinden und Empathie für den Nächsten entwickeln.  

Wir lernen unsere Natur kennen und reparieren Dinge gemeinsam

Ist es nicht schade, dass die junge Generation oft nicht mehr weiß, wie welche Pflanzen aussehen geschweigendem nicht weiß was man alles damit machen kann? 

Über dieses Wissen verfügt die ältere Generation. Sie haben gelernt Kräuter, Bäume, Pilze und vieles mehr zu bestimmen und wissen wie man Pflanzen sät und erntet. Diese Kenntnisse über unsere Umwelt können zu einem besseren Umgang mit der Natur und zum großen Vorteil hinsichtlich der Nachhaltigkeit für die nächsten Generationen genutzt werden. Es macht nicht nur Spaß sich in der Natur zu bewegen, die Erde zu durchwühlen, sondern es fördert zusätzlich die Gesundheit. Ob gemeinsam Marmeladen aus dem selbst geernteten Obstsorten zu zubereiten oder Pflanzen aus der Region kennen lernen oder Omas beste Rezepte auszuprobieren - alles ist möglich.

Viele Senioren verfügen über Fertigkeiten oder ein Verständnis zu Dingen, dass für junge Menschen oftmals nicht mehr zugänglich ist. So lernen Kinder und Jugendliche Gegenstände zu reparieren und diese zu schätzen. Im Gegensatz lernen die Senioren von den Jungen die gegenwärtige Technik für ihren Alltag zu nutzen.

Wir freuen uns, dass Kinder & Jugendliche & Senioren die Chance erhalten einen guten Umgang mit der Umwelt & alltäglichen Dingen kennen und schätzen zu lernen.

Wir fördern Empathie durch Geduld & Gelassenheit

Talente fördern

Senioren haben Zeit. Sie schenken der jüngeren Generation daher ihr ungeteiltes Interesse. Diese ist von der Elterngeneration oftmals nicht möglich, da sie ständig Stressfaktoren, wie Arbeit, Erziehung und Schulstress ausgeliefert sind. Oft sind all ihre Ressourcen an diesen Faktoren gebunden. Senioren hingegen freuen sich mit jungen Menschen und deren Lebensweisen verbunden zu sein. 

Sie sehen nicht nur die Schwierigkeiten, sondern haben in ihren langen Leben bereits gelernt, das Zeit vieles verändert. Sie überbewerten weder Noten oder momentane Verhaltensweisen der Jugend bzw. Kinder, weil sie wissen, dass dies nur Phasen sind, die vorübergehen.  Sie regen sich nicht so schnell über Kleinigkeiten auf, wzb. blaue Haare oder ausgefranste Hosen, da sie wissen es ist ein kurzweiliges Erscheinungsbild und dient der Auflehnung sowie Selbstwerdung. Sie zeigen eher Verständnis, Geduld und viel Gelassenheit, was sich wiederum positiv auf das Selbstbewusstsein der Kinder & Jugendlichen auswirkt. 

Der emotionale generationenübergreifende Austausch über Gedanken & Gefühle wird für beide Seiten zum Erlebnis. 

Wir wissen, dass Geduld, Gelassenheit & Empathie wichtige Faktoren bei der Entwicklung zu einer positiven Persönlichkeit sind. 

Wie kann diese Begegnung stattfinden:

In Kindergärten: 

  • Generationentage, gemeinsam Pflanzen bestimmen, Geschichten erzählen
  • Musik & Bewegung & Kultur
  • Kräuter- Gemüsegärten anlegen, kochen
  • Basteln mit Naturmaterialien

In Schulen: 

  • Generationentage zu Projektarbeiten „Wissensaustausch“
  • Spielenachmittage
  • Musik & Bewegung & Kultur
  • Besuche mit Tieren
  • Kultur & Geschichte mit Zeitzeugen
  • Regionale Umweltprojekte 
  • Hausaufgabenbetreuung 
  • Neue Medien mit Senioren entdecken

 

in Altenheimen oder Seniorenvereinen:

  • Besuchsdienste in Altenheimen 
  • Hilfe von alten Menschen bei der Renovierung eines Hauses/ Raumes 
  • Anleitung bei Moped- oder Motorradreparaturen 
  • Gemeinsame Umweltprojekte
  • Bewegungsprogramme

Welche Prozesse geschehen darüber hinaus? 

Gleich und doch so anders

Durch die positive Erfahrung mit der älteren Generation lernen Jugendliche und Kinder, aber auch die Senioren Beziehungen hautnah zu erleben. Das Resultat ist; ein besseres Verständnis für die Lebenswelten von anderen. Die Kinder & Jugendlichen haben das Gefühl erstgenommen zu werden ohne eine Leistung dafür einbringen zu müssen und die älteren Personen fühlen sich gebraucht. Dieses Erlebnis leistet auch einen Beitrag zu Stärkung der Gesundheit & des Wohlbefindens und wirkt sie sich positiv auf die zunehmende Vereinsamung (Alterseinsamkeit vs. Isolation der Jungen) aus. Natürliche Verwandte werden entlastet und können eine neue Form des Zusammenseins erleben. Schenkt man alleine dem Aspekt der Vereinsamung der Menschen Aufmerksamkeit, wird in vielen Untersuchen belegt, dass positive Beziehungen zu anderen Menschen glücklich und gesünder machen.